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Ahoi Comrades!

Offenlegung: Kristian Davidek ist Redakteur und Moderator bei Radio FM4 (ORF) und arbeitet als performing Artist im deutschsprachigen Raum. Er ist selbst Teil der Gemeinnützigen Siedlungs-Genossenschaft Altmannsdorf und Hetzendorf und kennt diese seit Kindesalter, übt aber außer dem Status als Siedler keine Funktionen in der Organisationstruktur der Genossenschaft aus.

Ahoi Comrades! Von Kristian Davidek vorlesen lassen:


Die Großeltern von Franz Kolbinger zogen das Los aus dem Hut. Sie hatten ein Haus gewonnen. Nicht irgendeines, sondern ihr Haus und damit eine von 543 Wohneinheiten, an denen sie bereits mitgearbeitet hatten oder vielleicht noch mitarbeiten würden. „Immer, wenn sechs Häuser fertig waren, wurden sie nach dem Zufallsprinzip vergeben. So konnte auf simple Weise sichergestellt werden, dass niemand sein Haus besser baut“, erklärt Franz Kolbinger.

Diese Geschichte der gemeinnützigen Siedlungs-Genossenschaft Altmannsdorf und Hetzendorf hat 1920 begonnen. Hunderte Siedler:innen bauten damals am Rosenhügel in Wien mit minderwertigem Nachkriegsmaterial ihre Zukunft. 30 Jahre sollten die Häuser halten. Jetzt sind 100 Jahre vergangen, Franz wohnt immer noch im Haus seiner Großeltern und ist bereits selbst Großvater.

Wer nach einer genossenschaftlichen Erfolgsstory sucht, das ist eine. Aber nicht ohne Abstriche, es gibt auch Herausforderungen, auf die wir noch zu sprechen kommen.

Die alte Tante

Die kooperative Leistung von vielen schafft, was uns als Individuen nicht gelingen würde. Diese uralte Idee ist schwer zu verbessern, aber häufiger anwendbar. Vor allem in einer Zeit, in der fieberhaft nach Lösungen gesucht wird, der kurzfristigen Denke des maximalen Profits etwas entgegenzusetzen. Exemplarisch widmen wir uns an dieser Stelle daher einem gesellschaftlichen Thema, das sich nicht vordergründig für eine Vergenossenschaftlichung aufdrängt, bei näherer Betrachtung aber sehr geeignet ist: Die gute Unterhaltung.

Alle Bauarbeiter:innen sind zukünftige Siedler:innen am Rosenhügel

Wichtigste Basis von guter Unterhaltung ist die Kunst. Sie fehlt mitunter in ruralen Gemeinden, etwa in Buchs im Schweizer Kanton St. Gallen (SG), wo eine Gruppe von Interessierten zunächst eine GmbH, danach eine Genossenschaft gegründet hat. „Die Verantwortung liegt nun auf den Schultern vieler“, heißt es auf der Website des Club Krempel, den die Genossenschaft in Kooperation mit einem Verein betreibt.

„Kulturelle Selbsthilfe durch Genossenschaften hat in der Schweiz Tradition Wir haben etwa 70 Mitglieder“, erzählt Gian-Andri Steiger vom Club Krempel, „nur wer zwei Jahre aktiv im Verein mitgearbeitet hat, kann sich als Genossenschafter:in bewerben. Die Einlage ist in unserem Fall 1000 CHF (etwa 920 EUR), dieser Betrag kann aber frei festgelegt werden.“

Arbeiten, lernen, diskutieren, gestalten

Das Mitarbeitspotential ist groß. Die Neugier junger Menschen mit Lust auf Erfahrungen trifft auf komplexe Arbeitsprozesse, die ein kultureller Betrieb eben mit sich bringt – alle profitieren. Im Club Krempel in Buchs (SG) sorgen dienstplanmäßige Arbeitswechsel dafür, dass jemand nicht immer die „Shitjobs“ bekommt. Gian-Andri Steiger Gian Andri Steiger ist der Finanzchef des Club Krempel.: „Die Arbeitsleistung wird nach Stunden bewertet. Alle unsere Mitglieder arbeiten ehrenamtlich, wobei sie für jede Arbeitsstunde mit Konsumationsguthaben vergütet werden. Bei gewissen Jobs, wie Chef:in des Abends, erfolgt eine Rotation durch die Vorstandsmitglieder“.

Foto: Herbert Teichtmeister

Ein gesamter Kulturorganismus vom Venue bis zu den Inhalten und von der kurzfristigen Aktivität bis zur langfristigen Planung in der Hand von 70 Menschen, alle mit einer gleichwertigen Stimme ausgestattet, die sie bei der Generalversammlung zur Mitbestimmung ermächtigt, unabhängig von der Höhe ihrer Einlage – warum treffen wir diesen fundamentalen Gegenentwurf zur gängigen Praxis des maximalen Lustgewinns nicht öfter an?

Weil wir wenig Zeit haben.

Weil wir unbezahlte Praktika abarbeiten müssen.

Weil wir bereits in anderen Bereichen Verantwortung übernehmen sollen. Weil wir seit mehreren Jahrzehnten suggeriert bekommen, es auch allein schaffen zu können, wenn wir nur wollen.

Diese Lebensrealitäten hat die Autorin und Arbeitsmarktexpertin Veronika Bohrn-Mena Veronika Bohrn Mena ist Autorin, Arbeitsmarktexpertin und Kolumnistin. Sie beschäftigt sich seit zehn Jahren mit prekären Arbeitsverhältnissen, atypischer Beschäftigung, Segmentierungsprozessen und Veränderungen in der Arbeitswelt mitsamt ihren Auswirkungen.

vor kurzem in einem Interview bei Radio FM4 mit einer ausführlichen Erläuterung des damit einher gehenden destruktiven Potentials geäußert und ergänzt: „Die Konsequenz ist natürlich die, dass wir uns nicht mehr so stark als Gemeinschaft verstehen, dass wir uns nicht mehr so stark miteinander identifizieren, dass wir uns auseinanderentwickeln und dass wir uns stärker voneinander abgrenzen. Und das macht Menschen halt auch nicht unbedingt sozialer.“

Zueinander finden wir oft erst wieder dann, wenn etwas fehlt.

Die beneidenswerte Gemeinschaft

In der Großstadt Wien fehlte es nach dem 1. Weltkrieg an Vielem. Die Siedler:innen vom Rosenhügel bebauten das sumpfige Gebiet mit Gemüse für den Eigenbedarf, die Schrebergärten wurden in der Nacht bewacht. Um einer Verhüttelung zuvorzukommen, bot die Stadt Wien das Gelände als Baugrund zur Pacht an. „Beim Bau der Siedlung wurden fast 90% der Kosten von der Gemeinde Wien übernommen“, erzählt Karl Sedlak, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der gemeinnützigen Siedlungs-Genossenschaft Altmannsdorf und Hetzendorf. „Die Siedler:innen stellten ihre 10% als sogenannte „Muskelhypothek“ in Form von 2000 Arbeitsstunden, die man leisten musste, um in die Auslosung für ein Haus zu kommen“. Diese Stunden wurden zwar summiert, wenn Familienmitglieder zusammengearbeitet haben, aber trotzdem: das ist nach heutiger Arbeitszeitrechnung ein Jahr Fulltime-Job ohne Urlaub und Krankenstand.

Die Frauen der Siedlung Rosenhügel

Ein Denkmal erinnert heute noch an die Leistung der Frauen in diesem Projekt. Das weibliche Rollenbild war da noch keinem radikalen Wandel unterzogen und es kam ja auch noch der 2. Weltkrieg mit all seiner Zerstörung, „aber die Position der Frauen innerhalb der Siedlung war durch ihre Mitarbeit gestärkt, das Ansehen innerhalb der Familie und im Bekanntenkreis gehoben, die Siedler:innen wurden beneidet“, sagt Altmannsdorf-Hetzendorf Genossenschafter Franz Kolbinger.

Vereinsrepublik

Die Triebfedern der oben beschriebenen Gemeinschaft waren also Mangel, langfristige Planung, Mitarbeit und Perspektive. Das Gegenteil davon ist Überangebot, stetes Reagieren, Einzelkämpfer:innentum und Kurzlebigkeit – durchaus gängige Muster in Kunst und Unterhaltung. Gegensteuernde Initiativen im genossenschaftlichen Outfit sind erst seit 2006 gesetzlich möglich.

Vereine hingegen können schnell und unkompliziert gegründet werden, bieten aber nicht die wirtschaftlichen und rechtlichen Möglichkeiten einer Genossenschaft.

Michaela Schaffhauser-Linzatti ist Professorin an der Universität Wien und sieht Bedarf für weitere Gesetzesänderungen: „Österreich hat sich in der Entstehungsphase von Genossenschaften stark an die deutschen Entwicklungen angelehnt, in der Banken und Landwirtschaft den Ursprung darstellten; Idee und Umsetzung der Produktivgenossenschaften haben sich nicht durchgesetzt. Wohnbau ist naheliegend durch die Wohnungsnot. Aktuell merken wir, dass das Interesse an Genossenschaften massiv steigt, in unterschiedlichsten Ausrichtungen. Was laut unseren Studien für Österreich noch notwendig wäre, sind vereinfachte Regelungen für kleine Genossenschaften, sowie eine weitere Öffnung der Gemeinnützigkeit, zum Beispiel für Sozialgenossenschaften.“

Alternativen sind immer gefragt

Während die Ideen einer Einzelkämpfer:in mit riskanten Inhalten wohl in einer GesmbH besser aufgehoben sind, enden auch prädestinierte Genossenschaftsprojekte mitunter in dieser Gesellschaftsform. So wie das Linzer Hausprojekt Willy*Fred, das im Dezember 2015 einen Altbau in der oberösterreichischen Hauptstadt inklusive Altmieter:innen vom Markt genommen hat und diesen seither sukzessive renoviert.


Text: Kristian Davidek | Grafik: period.

„Es ist so, dass wir im Prinzip noch das altgenossenschaftliche Modell leben, die GesmbH ist aber in der Verwaltung der Struktur die einfachere Rechtsform“, sagt Gerda Haunschmid, eine der Bewohner:innen des Projekts. „Bei uns gehören 51 Prozent der HausbesitzgesmbH, das sind alle Mieter:innen des Hauses, und 49% gehören habiTAT, einem als Verein organisierten Kollektiv mit der Aufgabe, selbstorganisierte und sozialgebundene Mietshausprojekte in Österreich zu unterstützen“. habiTAT hat neben unterstützenden Funktionen in der Logistik auch die Aufgabe, als Wächterin des Projekts zu fungieren, denn Ausrichtung und vor allem Kräfteverhältnisse einer GesmbH können leichter ausgehebelt werden, als das bei einer Genossenschaft der Fall ist.

An Solidarität steht das Hausprojekt Willy*Fred einer Genossenschaft um nichts nach, im Gegenteil: „Menschen, die sich bei uns bewerben, müssen nicht mehr mitbringen, als den Willen hier zu wohnen, das Haus gemeinsam zu bewirtschaften und solidarisch zu sein“, erklärt Gerda Haunschmid.

Menschen, die sich bei uns bewerben, müssen nicht mehr mitbringen, als den Willen hier zu wohnen, das Haus gemeinsam zu bewirtschaften und solidarisch zu sein.

Die Zäsur

Parallel zu den zahlreichen Vereinsgründungen ist etwa in Wien in den letzten drei Jahrzehnten ein großes, aber mitunter homogenes kulturelles Angebot entstanden. Die Anzahl der Möglichkeiten, selbst künstlerisch aktiv zu werden, korrelierte dabei nicht unbedingt mit der Anzahl der (hauptsächlich kommerziell geführten) Venues.

Neue Veranstalter:innen sollten möglichst fertig die Szene betreten, es gab wenig Platz für Irrtümer. Gelernt werden konnte und kann natürlich immer im Rahmen eines Kollektivs, das oft, aus Gründen der Einfachheit, ebenfalls als Verein organisiert ist. Parallel dazu lizitierten sich einige Player der heimischen Kulturszene mit großen Bookings in die Höhe, bemerkenswerte Gagen und mediale Aufmerksamkeit inkludiert. In diesem Umfeld erschien die Zukunftshoffnung Genossenschaft wie Slow Food neben einem Imbißstand.

Dann kam die Pandemie.

In diesem Umfeld erschien die Zukunftshoffnung Genossenschaft wie Slow Food neben einem Imbißstand.

Krisensicherheit und Generationswechsel

Im Jahr 2019 listet der Alpenländische Kreditorenverband für Österreich 5.292 Unternehmensinsolvenzen auf. In diesen Pleiten ist exakt eine Genossenschaft vertreten. Das ist kein Zufall, ebensowenig wie der Umstand, dass Genossenschaften „historisch betrachtet immer in, beziehungsweise eher gleich nach Krisen entstanden sind und diese sehr gut durchtauchen“, sagt Michaela Schaffhauser-Linzatti von der Universität Wien und zählt aus einer ihrer aktuellen Studien neue Erkenntnisse auf: „Eindeutig stabilisierende Faktoren sind laut dieser Studie Regionalität, Systemrelevanz, Selbsthilfe und Solidarität. Solidarität bedeutet in diesem Kontext das Zusammenstehen in schweren Zeiten und unabhängig von außen das Suchen nach eigenen, flexiblen Lösungen“.

Und weiter: „Für mich ist ein Hauptpunkt der dualistische Charakter von Genossenschaften: Es ist ein Grundprinzip, dass nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht, sondern die Unterstützung der Mitglieder. Eine Genossenschaft muss sich finanziell selbst tragen können, das heißt positiv wirtschaften. Der Unterstützungscharakter, der auch ein sozialer sein kann, ist aber der relevante. Und das ist eindeutig ein Vorteil in einer Krise.“

Über die richtige Größe

Wohnbaugenossenschaften werden größere Vorhaben eher stemmen, wenn sie selbst eine gewisse Größe erreicht haben, Produktivgenossenschaften wiederum kann schiere Größe ungelenk machen. Daraus lassen sich aber keine Formeln ableiten: „Die Grenzen sind dort, wo Genossenschaften die neuen Mitglieder integrieren können, die wirtschaftliche Betrachtung hat andere Limits“, sagt Karl Sedlak von der Genossenschaft Altmannsdorf und Hetzendorf und ergänzt: „Es gibt nicht DIE praktikable Lösung“, eine Einschätzung, die Gian-Andri Steiger vom Kulturbetrieb Club Krempel in Buchs (SG) sekundiert: „Unsere 70 Mitglieder sind mehr oder weniger aktiv involviert. Eine optimale Größe gibt es dabei nicht, da dies sehr auf die Einbindung und Organisation der Mitglieder ankommt.“

Gemeinnützigkeit wiederum (derzeit Wohnbaugenossenschaften vorbehalten) zwingt zum Wachstum, denn mit ihrem Verlust steht eine Auflösung des Projekts im Raum, so wurde aus der kleinen Siedler:innengemeinschaft Altmannsdorf und Hetzendorf bis heute ein Betrieb mit 6000 Wohneinheiten. Eine Verzehnfachung. Unter starkem Wachstum leidet unweigerlich die Mitbestimmung. Die Auslagerung von Abläufen und Arbeiten wird obligat und wer umfassend administriert wird, verliert fast zwangsläufig das Interesse am großen Ganzen, jedenfalls vorerst: „Wir als Genossenschaft Altmannsdorf und Hetzendorf haben noch immer ehrenamtliche Mitarbeiter:innen im fortgeschrittenen oder mittleren Alter“, weiß Karl Sedlak, „die etwas jüngeren Mitglieder sind mit Beruf und Famile ausgelastet und interessieren sich erst später.“

Im Kunstbereich hingegen ist oft gerade der Generationenwechsel die treibende Kraft der Erneuerung. Deshalb ist es wichtig, Grundgedanken festzuschreiben, diese mit neuen Mitgliedern abzustimmen und den Diskurs am Laufen zu halten. Im besten Fall ist man sein Leben lang Teil einer inspirierenden Initiative, so wie man ein Leben lang auch in gerne in einer fairen Gemeinschaft wohnt.

Moment, bis hierher durchgehalten? Das belohnen wir mit einer Utopie!

Gerechtigkeit war in unserer Gesellschaft schon einmal höher angesehen, sie ist am Weg zu mehr Wohlstand verlorengegangen. Bei genauem Hinsehen ist das ein Wohlstand, an dem bereits die Großeltern von Franz Kolbinger mitgearbeitet haben und der mittlerweile vielen Menschen vorenthalten bleibt, aus Gründen, die in diesem Schwerpunkt an anderen Stellen erläutert werden.

Die Genossenschaft ist keine Wunderwaffe.

Die Genossenschaft ist keine Wunderwaffe, aber ihre Grundsätze stehen im Einklang mit dem Streben nach einer gerechteren Gesellschaft. Kooperativen können weiterentwickelt werden, hierzulande und nationenübergreifend. Internationale Genossenschaften sind seit 2006 gesetzlich möglich.

Die Utopie beginnt beim Gedanken, dass gebündeltes Know-how aus mehreren Ländern irgendwann Alternativen zu den globalen Playern hervorbringen könnte, die zum Beispiel momentan zweifelsfrei unser digitales Leben dominieren. Michaela Schaffhauser-Linzatti glaubt daran, dass solche Modelle ein Erfolg sein können: „Denken wir an Datengenossenschaften, Energie, Kunst und Kultur.“ Dieser Schritt setzt das Überwinden von Animositäten auf jeder Ebene voraus.

Grafik: Andrea Lehsiak

Dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist, zeigen aber auch Initiativen wie Smart (für Sociéte mutuelle pour artistes), deren Ziel die Bereitstellung würdiger Arbeitsverhältnisse für Künstler:innen, Kreative und Neue Selbstständige ist, weil es weder Staat noch Markt ausreichend tun.

Oder die sogenannten „Platform Coops“ für Geschäftsmodelle, die ausschließlich über das Internet Güter oder Services verkaufen, aber demokratische Entscheidungsprozesse genauso wichtig finden, wie die Beteiligung der Arbeiter:innen an ihrer Plattform.

Vielleicht hat sich ja die Idee der Genossenschaft in den ersten 200+ Jahren gerade erst warmgelaufen. Spannend wäre es.

How-To Genossenschaft

MENSCHEN

Bereits zwei Personen können eine Genossenschaft gründen, die Mitgliederzahl ist nicht eingeschränkt, Mitglieder können natürliche, juristische Personen oder auch eingetragene Personengesellschaften (andere Firmen) sein, sie haben Rechte und Pflichten, nicht die Höhe der einmaligen Einlage zählt, sondern – wenn nicht anders vereinbart – das „ein Kopf, eine Stimme“ Prinzip. 

GELD

Genossenschaften benötigen kein Mindestkapital, dürfen Gewinn machen, um damit ihre Mitglieder zu fördern und benötigen bis 700.000 Euro an Umsatzerlösen keine doppelte Buchhaltung. Sie unterliegen der Körperschaftssteuer (KöST), aber ohne Mindestsatz (maximal 25%), Ausschüttungen aus Anteilen unterliegen der Kapitalertragssteuer (27,5%), ihre Mitglieder können beschränkt oder unbeschränkt haften, deren Einlagen dürfen variieren.

ORGANISATION

Die Genossenschaft muss einen Vorstand haben (operative Leitung, eine/mehrere Personen), ab 40 Arbeitnehmer:innen (nicht Mitglieder) einen Aufsichtsrat, eine Satzung formulieren, verschriftlichen und eintragen, einen Firmenwortlaut beschließen, benötigt Gewerbeberechtigungen, eine Eintragung ins Firmenbuch und eine Aufnahmezusicherung des zuständigen Revisionsverbandes, einer Kontrollebene für Genossenschaften. Die Genossenschaft:innen treffen in der Generalversammlung zusammen und haben großzügige Bereiche der Mitbestimmung. 

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